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Prävention

Prävention und Gesundheitsförderung

Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­för­de­rung sind für vie­le Men­schen Fremd­wör­ter. Bewe­gungs­ar­mut, Über­ge­wicht und Stress… und dann Blut­hoch­druck, Herz‑, Kreis­lauf­pro­ble­me und Dia­be­tes die Fol­ge davon. Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en bele­gen, dass Qigong und/oder Tai­ji­quan Übun­gen als wirk­sa­me, zweck­mäs­si­ge und wirt­schaft­li­che Mit­tel für die Prä­ven­ti­on die­nen können.


Gast­bei­trag der Schwei­ze­ri­schen Gesell­schaft für Qigong und Tai­ji­quan
Infor­ma­ti­ons­do­ku­ment für Kran­ken­kas­sen, Ärz­te und the­ra­peu­ti­sche Fachkräfte


Prävention

Wel­chen Bei­trag kön­nen die Chi­ne­si­schen Bewe­gungs­kün­ste Qigong und Tai­ji­quan zur Gesund­heits­för­de­rung leisten?

Wirk­sam­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirt­schaft­lich­keit im Fokus der WZW-Kri­te­ri­en:
Sturz­pro­phy­la­xe
Rücken­trai­ning
För­de­rung der all­ge­mei­nen Gesundheit

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Methodenbeschreibung
1.1. Qigong (QG)
1.2. Taijiquan (TJ)
1.3. Gemeinsamkeiten von QG und TJ
2. Wirksamkeit von QG / TJ
2.1. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ als Sturzprophylaxe
2.2. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ bei Rückenbeschwerden
2.3. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ zur allgemeinen Gesundheitsförderung
3. Zweckmässigkeit
3.1. Zur Zweckmässigkeit von QG / TJ
4. Wirtschaftlichkeit
4.1. Ethikleitlinien der SGQT
4.2. Akkreditierung von Neumitgliedern
4.3. Weiterbildungspflicht für Aktivmitglieder
4.4. Weiterbildungsanlässe und Austauschmöglichkeiten für Verbandsmitglieder
4.5. Erfahrungsaustausch mit verwandten Berufsverbänden unserer Nachbarländer
5. Schlusswort
6. Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Schwei­ze­ri­sche Gesell­schaft für Qigong und Tai­ji­quan (SGQT) wur­de im Jahr 2000 als Berufs­ver­band von Qigong- und Tai­ji­quan-Lehr­per­so­nen in der Schweiz gegrün­det. Mit dem vor­lie­gen­den Doku­ment ist es dem Vor­stand der SGQT ein Anlie­gen, Kran­ken­kas­sen und medi­zi­nisch-the­ra­peu­ti­sche Fach­kräf­te anhand der WZW-Kri­te­ri­en (Wirk­sam­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirtschaftlichkeit)[1] über die Chi­ne­si­schen Bewe­gungs­kün­ste Qigong (QG) und Tai­ji­quan (TJ) und deren Poten­ti­al zur Gesund­heits­för­de­rung zu infor­mie­ren. Zusätz­lich zur soli­den Evi­denz­la­ge für QG und TJ wer­den die von der SGQT durch­ge­führ­ten Mass­nah­men zur Qua­li­täts­si­che­rung und ‑för­de­rung bei der Aus- und Wei­ter­bil­dung der Ver­bands­mit­glie­der vor­ge­stellt. Alle nach­fol­gen­den Infor­ma­tio­nen sol­len den Kran­ken­kas­sen bei der Prü­fung einer Auf­nah­me von QG und TJ in den Kata­log der Ver­si­che­rungs­lei­stun­gen zur Ent­schei­dungs­grund­la­ge bei­tra­gen. Die Über­sicht der aktu­el­len Stu­di­en­ergeb­nis­se zu QG und TJ soll auch für Ärz­te und the­ra­peu­ti­sche Fach­kräf­te eine nütz­li­che Ori­en­tie­rungs­hil­fe bei der Bera­tung ihrer Pati­en­ten sein. Wir vom Vor­stand der SGQT neh­men uns ger­ne wei­ter­füh­ren­den Fra­gen zu QG und TJ an und freu­en uns über eine wir­kungs­vol­le Zusam­men­ar­beit im Dien­ste der Gesundheitsförderung.

1. Methodenbeschreibung

1.1. Qigong (QG)

Qigong, auch „Qi Gong“ und „Chi Kung“ geschrie­ben, bedeu­tet soviel wie „Kul­ti­vie­rung und Akti­vie­rung der Lebens­kraft“. Als QG wer­den tra­di­tio­nel­le Bewegung‑, Atem- und Medi­ta­ti­ons­tech­ni­ken bezeich­net, wel­che sich in Chi­na unter dao­isti­schen, bud­dhi­sti­schen und medi­zi­ni­schen Ein­flüs­sen über Jahr­hun­der­te hin­weg ent­wickelt haben.[2] Eine wich­ti­ge Grund­la­ge im QG bil­den die Theo­rien und Prin­zi­pi­en der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Medi­zin (TCM). Dazu zäh­len unter ande­rem auch das Prin­zip der sich ergän­zen­den und aus­glei­chen­den Pola­ri­tä­ten (Yin und Yang) und die Leh­re von ener­ge­ti­schen Leit­bah­nen (Meri­dia­ne). Die Bewe­gungs­ab­läu­fe im QG sol­len zu inne­rer Aus­ge­gli­chen­heit bei­tra­gen und damit ein frei­es Flies­sen der Lebens­kraft (= Qi) begün­sti­gen. Bewe­gung, Atmung und Medi­ta­ti­on sind allen QG-For­men gemein­sam. Wohl kön­nen sich die­se in der Gewich­tung der drei Ele­men­te unter­schei­den, doch zie­len sie alle auf einen Zustand der Ent­span­nung und des Los­las­sens, wel­cher sich posi­tiv auf den gan­zen Kör­per aus­wirkt. Neben Übun­gen im Ste­hen und Gehen gibt es auch Übun­gen im Sit­zen und Lie­gen, so dass auch älte­re, schwa­che oder kran­ke Men­schen von QG pro­fi­tie­ren können.[3]

1.2. Taijiquan (TJ)

Tai­ji­quan, man­cher­orts gekürzt auch als „Tai­ji“ oder „Tai Chi“ bezeich­net, hat sei­nen Ursprung in den chi­ne­si­schen Kampf­kün­sten. Der Begriff „Tai­ji“ bezeich­net ein har­mo­ni­sches Zusam­men­wir­ken von ein­an­der sich ergän­zen­den Qua­li­tä­ten (Yin und Yang). Kom­ple­men­tä­re Bewe­gungs­ei­gen­schaf­ten wie rund und gera­de, leicht und schwer, weich und fest flies­sen in die­ser Bewe­gungs­kunst zusam­men und ver­lei­hen ihr einen geschmei­di­gen, kraft­voll-ent­spann­ten Charakter.[4] Heut­zu­ta­ge wird TJ über­wie­gend zur Gesund­heits­för­de­rung und Acht­sam­keits­schu­lung vermittelt.[5] Allen TJ-Stil­rich­tun­gen gemein­sam sind die grund­le­gen­den Bewe­gungs­prin­zi­pi­en: Der auf­recht aus­ge­rich­te­te, ent­spann­te und gut geer­de­te Kör­per soll mög­lichst in sei­ner Ganz­heit wahr­ge­nom­men und von der eige­nen Kör­per­mit­te aus acht­sam und ruhig bewegt werden.[6] Nebst den medi­ta­ti­ven Bewe­gungs­ab­läu­fen zäh­len zum TJ-Trai­ning auch Grund­la­gen­übun­gen, wel­che gros­se Ähn­lich­kei­ten zu QG-Übun­gen auf­wei­sen. Auch TJ-Part­ner­übun­gen und das Üben mit Gegen­stän­den und Trai­nings­waf­fen kön­nen Bestand­teil eines TJ-Unter­richts sein.[7]

1.3. Gemeinsamkeiten von QG und TJ

Wäh­rend in den vor­he­ri­gen bei­den Unter­ka­pi­teln QG und TJ ein­zeln vor­ge­stellt wur­den, sol­len an die­ser Stel­le die Gemein­sam­kei­ten der bei­den Metho­den ver­ge­gen­wär­tigt wer­den.
• Bei­de Metho­den wer­den heu­te über­wie­gend zur Gesund­heits­för­de­rung ver­mit­telt.
• Für bei­de Metho­den sind gelenks­scho­nen­de, acht­sa­me und über­wie­gend lang­sam aus­ge­führ­te Bewe­gun­gen cha­rak­te­ri­stisch.
• Bei bei­den Metho­den sind kör­per­li­che Ent­span­nung, struk­tu­rel­le Aus­rich­tung, men­ta­le Samm­lung und Auf­merk­sam­keits­len­kung von grund­le­gen­der Bedeu­tung.
• Bei bei­den Metho­den sind Kon­zep­te der TCM wie kom­ple­men­tä­re Pola­ri­tä­ten (Yin und Yang), Vital­ener­gie (Qi), Ener­gie­zen­tren, Leit­bah­nen (Meri­dia­ne) und deren Vital­punk­te ver­tre­ten.
• Bei­de Metho­den haben ihren Ursprung in Chi­na, wer­den hier­zu­lan­de jedoch trans­kul­tu­rell und kon­fes­si­ons­neu­tral ver­mit­telt.
• TJ-Lek­tio­nen beinhal­ten in der Regel immer auch Übungs­ele­men­te aus dem QG.
Da QG und TJ mehr Gemein­sam­kei­ten als Unter­schie­de auf­wei­sen, von der SGQT als gleich­wer­tig ver­tre­ten und auch in der For­schungs­li­te­ra­tur oft in zusam­men­fas­sen­der Form doku­men­tiert wer­den, wird in den nach­fol­gen­den Kapi­teln die Evi­denz­la­ge zu QG und TJ eben­falls auf die­se Wei­se dargestellt.

2. Wirksamkeit von QG / TJ

In den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten ist das wis­sen­schaft­li­che Inter­es­se an kli­ni­scher Unter­su­chung der bei­den non-inva­si­ven Inter­ven­ti­ons­for­men QG und TJ kon­ti­nu­ier­lich gestiegen.[8] Die aktu­el­le Evi­denz­la­ge bei­der Metho­den zu „Sturz­pro­phy­la­xe“, „Rücken­be­schwer­den“ und „all­ge­mei­ner Gesund­heits­för­de­rung“ wird in den fol­gen­den Unter­ka­pi­teln in zusam­men­ge­fass­ter Form präsentiert.

2.1. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ als Sturzprophylaxe

In einer syste­ma­ti­schen Über­sichts­ar­beit von Zou et al. konn­ten in fünf von sechs ran­do­mi­siert kon­trol­lier­ten Stu­di­en (RCT) signi­fi­kan­te posi­ti­ve Effek­te von QG auf das Gleich­ge­wicht nach­ge­wie­sen wer­den. Die Meta-Ana­ly­se zu den sechs Stu­di­en ergab einen signi­fi­kan­ten Effekt mit hoher Effekt­stär­ke zu Gun­sten von QG als Metho­de zur Gleich­ge­wichts­för­de­rung. Die in den Stu­di­en unter­such­ten Popu­la­tio­nen umfass­ten jün­ge­re und älte­re gesun­de Erwach­se­ne, sowie auch von Par­kin­son betrof­fe­ne Patienten.[9] In Über­ein­stim­mung mit die­ser Ergeb­nis­la­ge, konn­te in einer im Fol­ge­jahr ver­öf­fent­lich­ten RCT mit 50 Knie­ar­thro­se-Pati­en­ten eine über­zu­fäl­li­ge Ver­bes­se­rung der Pro­prio­zep­ti­on und der postu­ra­len Sta­bi­li­tät in der Inter­ven­ti­ons­grup­pe infol­ge eines drei mona­ti­gen QG-Trai­nings fest­ge­stellt werden.[10] Auch für TJ als Sturz­pro­phy­la­xe kom­men syste­ma­ti­sche Über­sichts­ar­bei­ten zum über­ein­stim­men­den Schluss, dass in qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen RCT’s signi­fi­kan­te Ver­bes­se­run­gen des Gleich­ge­wichts durch TJ bei gesun­den älte­ren Menschen,[11] wie auch bei Par­kin­son- und Hirnschlag-Patienten[12] eben­falls mit hohen Effekt­stär­ken nach­ge­wie­sen wur­den. Die für QG und TJ cha­rak­te­ri­sti­schen, meist in auf­rech­ter Kör­per­aus­rich­tung aus­ge­führ­ten, lang­sa­men Bewe­gun­gen und acht­sa­men Gewichts­ver­la­ge­run­gen füh­ren bei regel­mäs­si­gem Trai­ning zu neu­ro­mus­ku­lä­ren Ver­än­de­run­gen, die mit einer grös­se­ren postu­ra­len Sta­bi­li­tät und einem ruhi­ge­ren Gang­bild ein­her­ge­hen und somit wesent­lich zur Min­de­rung des Sturz­ri­si­kos beitragen.[13]

Zusam­men­ge­fasst lässt sich fest­hal­ten, dass aktu­el­len syste­ma­ti­schen Über­sichts­ar­bei­ten zufol­ge QG und TJ das Gleich­ge­wicht sowohl bei gesun­den als auch erkrank­ten Per­so­nen deut­lich ver­bes­sert. Die Wirk­sam­keit bei­der Metho­den zur Sturz­pro­phy­la­xe konn­te in wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en nach­ge­wie­sen werden.

2.2. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ bei Rückenbeschwerden

In einer 2019 ver­öf­fent­lich­ten syste­ma­ti­schen Über­sichts­ar­beit wur­den die Ergeb­nis­se aus 11 RCT’s zur Wir­kung von QG und TJ bei der Behand­lung von ins­ge­samt 886 Pati­en­ten mit Lum­b­al­gien zusam­men­ge­fasst. Die Meta-Ana­ly­se ergab im Ver­gleich zu den akti­ven und pas­si­ven Kon­troll­grup­pen signi­fi­kant ver­min­der­te Wer­te zur Schmer­z­in­ten­si­tät mit mitt­le­rer Effekt­stär­ke bei den QG- und TJ-Inter­ven­ti­ons­grup­pen. Auch die schmerz­be­ding­ten Beein­träch­ti­gun­gen haben bei Pati­en­ten, die an einem QG oder TJ Trai­ning teil­nah­men, im Ver­gleich zu Pati­en­ten in den Kon­troll­grup­pen mit einer mitt­le­ren bis hohen Effekt­stär­ke über­zu­fäl­lig abgenommen.[14] Kon­si­stent zu die­ser Befund­la­ge wur­de in der jüng­sten RCT zur Unter­su­chung der Wir­kung eines sechs­wö­chi­gen Qigong Kur­ses bei 72 Per­so­nen mit chro­ni­schen unspe­zi­fi­schen Schmer­zen im unte­ren Rücken­be­reich bei der QG-Inter­ven­ti­ons­grup­pe eine im Ver­gleich zur War­te­li­ste-Kon­troll­grup­pe signi­fi­kan­te Abnah­me der Schmer­z­in­ten­si­tät und der schmerz­be­ding­ten Beein­träch­ti­gun­gen, sowie auch eine signi­fi­kan­te Ver­bes­se­rung des Bewe­gungs­ra­di­us und der Rumpf­mus­kel­kraft festgestellt.[15] Die Evi­denz­la­ge für TJ zur Schmerz­re­duk­ti­on bei Pati­en­ten mit Rücken­schmer­zen grün­det auf signi­fi­kan­ten und kli­nisch rele­van­ten Ergeb­nis­sen mit hohen Effekt­stär­ken aus metho­disch sorg­fäl­tig durch­ge­führ­ten RCT’s und ist daher als sehr gut zu bewerten.[12, 16] Ein mög­li­cher Grund für die­se posi­ti­ve Ergeb­nis­la­ge dürf­te in der nied­rig bis mode­ra­ten und gelenks­scho­nen­den Trai­nings­in­ten­si­tät von QG und TJ zu fin­den sein, wel­che selbst kör­per­lich geschwäch­ten und durch Schmer­zen beein­träch­tig­ten Per­so­nen den Zugang zu einer akti­ven Teil­nah­me an den Kurs­stun­den ermöglicht.[12]

Zusam­men­fas­send lässt sich auf­grund sehr guter Evi­denz­la­ge sagen, dass Pati­en­ten mit Lum­b­al­gien von einem regel­mäs­si­gen QG- bzw. TJ-Trai­ning pro­fi­tie­ren. Ihre Schmer­zen und schmerz­be­ding­ten Beein­träch­ti­gun­gen neh­men ab und ihre Rumpf­be­weg­lich­keit und ‑mus­kel­kraft neh­men zu.

2.3. Evidenzlage zur Wirksamkeit von QG / TJ zur allgemeinen Gesundheitsförderung

Einer ame­ri­ka­ni­schen Umfra­ge­stu­die zufol­ge ist „Gesund­heits­för­de­rung“ bei 74,2% der befrag­ten QG und TJ Prak­ti­zie­ren­den der Haupt­grund für ihre Übungs­pra­xis. Tat­säch­lich bekun­de­ten auch 74,1% der Befrag­ten eine Ver­bes­se­rung der all­ge­mei­nen Gesund­heit und Befind­lich­keit und 83,2% eine Ver­min­de­rung des Stress­emp­fin­dens als Fol­ge ihres QG- resp. TJ-Trainings.[17] Eine Befra­gung von 136 in der Deutsch­schweiz täti­gen TJ-Lehr­per­so­nen hat erge­ben, dass auch für 90,4% der befrag­ten Lei­stungs­er­brin­ger die Gesund­heits­för­de­rung einen wich­ti­gen Stel­len­wert in ihrer TJUn­ter­richts­ge­stal­tung einnimmt.[5] Als Indi­ka­to­ren für eine wir­kungs­vol­le För­de­rung der all­ge­mei­nen Gesund­heit kön­nen eine Ver­bes­se­rung der Schlaf­qua­li­tät, eine Ver­min­de­rung des Stress­emp­fin­dens und eine Zunah­me der all­ge­mei­nen Selbst­wirk­sam­keit erach­tet wer­den. Diver­sen aktu­el­len Über­sichts­ar­bei­ten und Meta-Ana­ly­sen zufol­ge, konn­te in der Mehr­zahl der bis­her publi­zier­ten RCT’s ein signi­fi­kan­ter, posi­ti­ver Ein­fluss von QG und TJ auf Schlafqualität,[9, 18] Stress­re­duk­ti­on [19, 20] und all­ge­mei­ne Selbst­wirk­sam­keit [21, 22] (= Die Über­zeu­gung einer Per­son, auch schwie­ri­ge Situa­tio­nen und Her­aus­for­de­run­gen aus eige­ner Kraft erfolg­reich bewäl­ti­gen zu kön­nen) nach­ge­wie­sen wer­den, wes­halb die Evi­denz­la­ge zur QG und TJ beding­ten Ver­bes­se­rung die­ser Para­me­ter in den oben zitier­ten Über­sichts­ar­bei­ten als viel­ver­spre­chend bis über­zeu­gend beur­teilt wur­de. Da die­se Ergeb­nis­se über­wie­gend auf psy­cho­me­tri­schen Daten basie­ren, wel­chen die Selbst­be­ur­tei­lung der Stu­di­en­teil­neh­men­den zugrun­de liegt, kön­nen kon­fun­die­ren­de Ein­flüs­se, wie z.B. sozia­le Erwünschtheit und erin­ne­rungs­be­ding­te Ver­zer­rungs­ef­fek­te, nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Mitt­ler­wei­le lie­gen jedoch eini­ge RCT’s vor, in wel­chen auch bio­me­tri­sche Mess­wer­te erho­ben wur­den. In die­sen konn­te bei den QG und TJ Prak­ti­zie­ren­den im Kon­troll­grup­pen­ver­gleich eine signi­fi­kan­te Abnah­me des Ruhe­pul­ses [9, 15, 23] und des systo­li­schen und dia­sto­li­schen Blut­drucks [9, 15, 24] gemes­sen wer­den. Den Autoren zufol­ge spre­chen die­se Ergeb­nis­se für einen regu­la­ti­ven Ein­fluss von QG und TJ auf das para­sym­pa­thi­sche Ner­ven­sy­stem, indem sie des­sen ener­gie­spa­ren­de und rege­ne­ra­ti­ve Funk­ti­ons­wei­se begün­sti­gen. Dass ein drei­mo­na­ti­ges TJTrai­ning auch die psycho­bio­lo­gi­sche Stress­re­ak­tiv­tät zu ver­min­dern ver­mag, konn­te in einer an der Uni­ver­si­tät Bern durch­ge­führ­ten RCT bei 49 gesun­den Erwach­se­nen nach­ge­wie­sen wer­den. In die­ser Stu­die wies die TJ-Grup­pe wäh­rend eines stan­dar­di­sier­ten psy­cho­so­zia­len Stress­tests signi­fi­kant nied­ri­ge­re Herzraten‑, Cor­ti­sol- und Alphaa­my­la­se-Wer­te auf als die Warteliste-Kontrollgruppe.[25] Dar­über hin­aus wur­de in der TJ-Grup­pe unmit­tel­bar nach Inter­ven­ti­ons­en­de sowie zwei Mona­te danach ein im Kon­troll­grup­pen­ver­gleich signi­fi­kan­tes, stark ver­min­der­tes Stres­ser­le­ben und eine über­zu­fäl­lig erhöh­te all­ge­mei­ne Selbst­wirk­sam­keit beobachtet.[26] Die auf bio­me­tri­schen Daten gestütz­ten Stu­di­en­ergeb­nis­se aus der QG und TJ For­schung kön­nen in einem plau­si­blen Zusam­men­hang mit ver­bes­ser­ter Schlaf­qua­li­tät, ver­min­der­ter Stress­be­la­stung und erhöh­ter Selbst­wirk­sam­keit betrach­tet werden.

Aktu­el­len For­schungs­ar­bei­ten zufol­ge darf davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ein regel­mäs­si­ges Aus­üben von QG und TJ för­der­lich für die all­ge­mei­ne Gesund­heit ist und mit einer Ver­bes­se­rung der Schlaf­qua­li­tät, einer Erhö­hung der all­ge­mei­nen Selbst­wirk­sam­keit und einer Ver­min­de­rung des Stress­emp­fin­dens ein­her­geht. Auch Bio­me­tri­sche Stu­di­en­ergeb­nis­se spre­chen für eine anti­hy­per­ten­si­ve und stress­pro­tek­ti­ve Wir­kung von QG und TJ.

3. Zweckmässigkeit

Die Zweck­mäs­sig­keit von QG und TJ wird im Fol­gen­den anhand des Posi­ti­ons­pa­piers der Arbeits­grup­pe Qua­li­tät der FMH [1] erörtert.

3.1. Zur Zweckmässigkeit von QG / TJ

„Eine Hand­lung ist zweck­mäs­sig, wenn sie dem ange­streb­ten Zweck ent­spricht, sich dies­be­züg­lich als beson­ders geeig­net und auch als fachlich/wissenschaftlich akzep­tier­te Emp­feh­lung erweist.“ [1]

Wie aus der vor­an­ge­gan­ge­nen Sich­tung der For­schungs­li­te­ra­tur zu QG und TJ her­vor­geht, erwei­sen sich bei­de Metho­den auf­grund ihrer wis­sen­schaft­li­chen Evi­denz­la­ge und ihren cha­rak­te­ri­sti­schen Eigen­schaf­ten wie der lang­sa­men und acht­sam ent­spann­ten Bewe­gungs­qua­li­tät und der leicht bis mode­ra­ten, gelenks­scho­nen­den Bewe­gungs­in­ten­si­tät als beson­ders geeig­net zur Sturz­pro­phy­la­xe, zur Behand­lung von Rücken­be­schwer­den und zur För­de­rung der all­ge­mei­nen Gesund­heit. QG und TJ ent­spre­chen in ihrer Wir­kung und Umsetz­bar­keit die­sen drei ange­streb­ten Zwecken. Dies dürf­te mit ein Grund sein für die zuneh­men­de Inte­gra­ti­on die­ser bei­den Metho­den in inter­dis­zi­pli­nä­re The­ra­pie­pro­gram­me gesund­heit­li­cher Ein­rich­tun­gen wie Wohn- und Pfle­ge­hei­me, mus­ku­los­ke­letta­le und kar­dio­lo­gi­sche Reha­kli­ni­ken, sowie psych­ia­tri­sche und psy­cho­so­ma­ti­sche Fach­kli­ni­ken. Auch die zahl­rei­che Ver­tre­tung von QG und TJ im Sport­an­ge­bot der Schwei­zer Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len spricht für eine vor­han­de­ne Akzep­tanz und Nach­fra­ge von QG und TJ als gesund­heits­för­dern­de Mass­nah­me bei gesun­den Erwachsenen.[5]

„Unter einer zweck­mäs­si­gen Mass­nah­me wird ver­stan­den, dass sie an den kon­kre­ten Fall ange­passt ist und dass sich ein Hei­lungs­er­folg erwar­ten lässt.“ [1]

QG und TJ las­sen sich bezüg­lich Ver­mitt­lung und Aus­ge­stal­tung der Unter­richts­in­hal­te sehr gut auf die Bedürf­nis­se und Mög­lich­kei­ten ver­schie­de­ner Ziel­grup­pen anpas­sen. Bei­de Metho­den kön­nen je nach Bedarf sowohl im Grup­pen- als auch im Ein­zel­set­ting ver­mit­telt wer­den. Auch die Aus­wahl und Adap­t­ati­on von spe­zi­fi­schen Übun­gen (z.B. Anpas­sung des Schwie­rig­keits­gra­des) las­sen sich sehr gut auf die jewei­li­ge Bedarfs­la­ge abstim­men. Bedin­gend hier­für ist jedoch, dass die Lei­stungs­er­brin­gen­den über eine aus­ge­wie­se­ne metho­di­sche und didak­ti­sche Fach­kom­pe­tenz ver­fü­gen. Da es sich bei QG und TJ um Metho­den zur all­ge­mei­nen Gesund­heits­för­de­rung han­delt, ist ihr Ein­satz­schwer­punkt in erster Linie in der pri­mä­ren und sekun­dä­ren Krank­heits­prä­ven­ti­on anzusiedeln.[12] Daher ist die Erwar­tung von einem „Hei­lungs­er­folg“ durch QG und TJ unan­ge­bracht. Wohl aber darf erwar­tet wer­den, dass durch eine regel­mäs­si­ge Kurs­teil­nah­me eine der all­ge­mei­nen Gesund­heit zuträg­li­che Wir­kung von QG und TJ erzielt wer­den kann,[17] und dass die ver­mit­tel­ten Kurs­in­hal­te sich nach­hal­tig nutz­brin­gend in ver­schie­de­nen Berei­chen der indi­vi­du­el­len All­tags­ge­stal­tung posi­tiv bemerk­bar machen können.[27] Hier­zu dür­fen nach Sich­tung der wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en­la­ge (sie­he Kapi­tel 2) auch eine Ver­bes­se­rung des Gleich­ge­wich­tes und eine Min­de­rung von Rücken­be­schwer­den gezählt werden.

„Wenn der erwar­te­te Gesund­heits­nut­zen die erwar­te­ten nega­ti­ven Kon­se­quen­zen einer Lei­stung über­steigt, kann von einer zweck­mäs­si­gen Mass­nah­me gespro­chen wer­den“ [1]

Da der zu erwar­te­te Gesund­heits­nut­zen einer regel­mäs­si­gen Trai­nings­pra­xis in QG und TJ in den vor­an­ge­gan­ge­nen Kapi­teln bereits aus­führ­lich the­ma­ti­siert wur­de, sol­len an die­ser Stel­le poten­ti­el­le nega­ti­ve Kon­se­quen­zen von QG und TJ erör­tert wer­den. Schwer­wie­gen­de uner­wünsch­te Ereig­nis­se sind im Zusam­men­hang mit dem Aus­üben von QG und TJ äus­serst unwahr­schein­lich. Zu die­sem Schluss sind ver­schie­de­ne syste­ma­ti­sche Über­sichts­ar­bei­ten gekom­men, zumal in den gesich­te­ten For­schungs­ar­bei­ten kei­ne bis nur leich­te, tran­si­ent auf­tre­ten­de uner­wünsch­te Ereig­nis­se doku­men­tiert wur­den, die in einem Kau­sal­zu­sam­men­hang mit der Inter­ven­ti­on gebracht wer­den konn­ten. Zu die­sen leich­ten und ver­ein­zelt auf­tre­ten­den Neben­wir­kun­gen zäh­len Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen und schmerz­haf­te Emp­fin­dun­gen in den Knien, Sprung­ge­len­ken und im Rückenbereich.[14, 28, 29, 30] In kli­ni­schen Stu­di­en mit Pati­en­ten mit mus­ku­los­keleta­len Beschwer­den resp. Komor­bi­di­tä­ten darf von einer erhöh­ten Auf­tre­tens­wahr­schein­lich­keit von mil­den inter­ven­ti­ons­be­ding­ten uner­wünsch­ten Ereig­nis­sen aus­ge­gan­gen wer­den. Im Ver­gleich zu RCT’s, in wel­chen Yoga als Inter­ven­ti­ons­form bei Rücken­pa­ti­en­ten unter­sucht wur­de, sind in QG und TJ Stu­di­en deut­lich weni­ger uner­wünsch­te Ereig­nis­se rap­por­tiert worden.[30] Für Teil­neh­men­de in TJ-Grup­pen wur­den nicht mehr uner­wünsch­te Ereig­nis­se regi­striert als für Teil­neh­men­de in akti­ven und pas­si­ven Kon­troll­grup­pen. Nur in kli­ni­schen Stu­di­en mit Pati­en­ten, die an einem Herz­feh­ler lei­den, wur­den für Pati­en­ten in den TJGrup­pen sogar weni­ger uner­wünsch­te Ereig­nis­se berich­tet als für Pati­en­ten in den Kontrollgruppen.[29]

Die For­schungs­er­geb­nis­se zusam­men­fas­send darf davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass es sich bei QG und TJ unter fach­kun­di­ger Anlei­tung um zwei siche­re Metho­den han­delt, die im Ver­hält­nis zu ihrem gerin­gen Neben­wir­kungs­ri­si­ko einen sehr hohen zu erwar­ten­den Gesund­heits­nut­zen aufweisen.

4. Wirtschaftlichkeit

„In einem ersten Schritt muss die Wirk­sam­keit einer Mass­nah­me über­prüft wer­den, dar­auf fol­gend wird die Zweck­mäs­sig­keit anhand ver­schie­de­ner Behand­lungs­me­tho­den unter­sucht. Wenn bei­de Kri­te­ri­en erfüllt sind, ist eine Lei­stung wirt­schaft­lich, wenn nicht ein erheb­li­ches Miss­ver­hält­nis zwi­schen Auf­wand und Nut­zen besteht.“ [1]

Aus Sicht des Vor­stan­des der SGQT sind die ersten bei­den Kri­te­ri­en „Wirk­sam­keit“ und „Zweck­mäs­sig­keit“ für die Metho­den QG und TJ erfüllt (sie­he Kapi­tel 2 und 3). Auch liegt unse­res Erach­tens kein Miss­ver­hält­nis zwi­schen Auf­wand und Nut­zen vor, was für die Wirt­schaft­lich­keit bei­der Metho­den spricht. Uns ist bewusst, dass der Nut­zen einer Metho­de in erheb­li­chem Mas­se von der Fach­kom­pe­tenz ihrer Lei­stungs­er­brin­ger abhän­gig ist. Als Schwei­ze­ri­scher Berufs­ver­band für pro­fes­sio­nel­le QG- und TJ-Unter­rich­ten­de set­zen und för­dern wir hohe qua­li­ta­ti­ve und ethi­sche Berufs­stan­dards. Im Nach­fol­gen­den wer­den die ein­zel­nen Mass­nah­men der SGQT zur Qua­li­täts­si­che­rung und ‑för­de­rung vorgestellt.[31]

4.1. Ethikleitlinien der SGQT

Vor­aus­set­zung für eine Ver­bands­mit­glied­schaft ist die Aner­ken­nung und Ein­hal­tung der Ethik­leit­li­ni­en der SGQT. Berufs­ethi­sche Ver­hal­tens­wei­sen wie dem Begeg­nen aller Men­schen mit Respekt und der Ach­tung ihrer Wür­de, dem Akzep­tie­ren und Ach­ten ihrer Anders­ar­tig­keit und der Wah­rung der eige­nen per­sön­li­chen Inte­gri­tät wie auch jene der Mit­men­schen ste­hen im Zen­trum der Leit­li­ni­en. Die SGQT ver­steht sich daher als eine kon­fes­sio­nell und par­tei­po­li­tisch unab­hän­gi­ge Orga­ni­sa­ti­on und lehnt jeg­li­che sek­ten­haf­te Tätig­keit ab.

4.2. Akkreditierung von Neumitgliedern

Die SGQT Fach­grup­pen für QG und TJ prü­fen jedes Gesuch um Mit­glied­schaft. Die Erfül­lung der Auf­nah­me­kri­te­ri­en rich­tet sich nach dem Inhalt und Umfang der Aus­bil­dung sowie der Erfah­rung im Ver­mit­teln von QG und / oder TJ. Die Aktiv­mit­glie­der erhal­ten von der SGQT eine Urkun­de, wel­che die Aus­bil­dungs­stu­fe ent­spre­chend der aus­ge­wie­se­nen Fach­kom­pe­ten­zen bestä­tigt. Unter­schie­den wer­den drei Aus­bil­dungs­stu­fen: Kurs­lei­ten­de, Lehrer/Innen und Ausbildende.[32]

4.3. Weiterbildungspflicht für Aktivmitglieder

Jedes Aktiv­mit­glied ver­pflich­tet sich durch Auf­nah­me in den Ver­band zur lau­fen­den Wei­ter­bil­dung, die im Mini­mum 25 Stun­den inner­halb von zwei Jah­ren umfas­sen muss. Der Nach­weis der Wei­ter­bil­dung wird alle zwei Jah­re vom Vor­stand bei den Mit­glie­dern ein­ge­for­dert. Die Erfül­lung der Wei­ter­bil­dungs­pflicht ist Vor­aus­set­zung für die Rezer­ti­fi­zie­rung der Aktivmitgliedschaft.

4.4. Weiterbildungsanlässe und Austauschmöglichkeiten für Verbandsmitglieder

Die SGQT orga­ni­siert für ihre Ver­bands­mit­glie­der jähr­lich ver­schie­de­ne Wei­ter­bil­dungs- und Aus­tausch­an­läs­se zwecks För­de­rung der Fach­kom­pe­tenz, Know-how Aus­tausch und Ver­net­zung unter den Mit­glie­der. Die­se Gefäs­se wer­den auch genutzt um die SGQT-Mit­glie­der über aktu­el­le QG- und TJ-spe­zi­fi­sche und berufs­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen direkt zu informieren.

4.5. Erfahrungsaustausch mit verwandten Berufsverbänden unserer Nachbarländer

Kon­takt­pfle­ge und Erfah­rungs­aus­tausch des SGQT-Vor­stan­des mit den Vor­stands­mit­glie­dern der QG- und TJ-Berufs­ver­bän­de unse­rer Nach­bar­län­der nimmt einen wich­ti­gen Stel­len­wert bspw. beim Fest­le­gen resp. Aktua­li­sie­ren von qua­li­ta­ti­ven Anfor­de­rungs­kri­te­ri­en für eine Aktiv­mit­glied­schaft. Unse­re aktu­el­len Anfor­de­rungs­kri­te­ri­en sind ver­gleich­bar mit jenen unse­rer Part­ner­ver­bän­de in Deutsch­land und Österreich.

Die SGQT setzt sich für ein Qua­li­täts­la­bel ein, wel­ches die fach­li­che Kom­pe­tenz der QG- und TJ-Unter­rich­ten­den zum Aus­druck bringt. Damit erhal­ten inter­es­sier­te Per­so­nen die Mög­lich­keit, unter der Viel­falt der Ange­bo­te jene QG und TJ-Lehr­per­so­nen aus­zu­su­chen, die über eine aus­ge­wie­se­ne und geprüf­te Fach­kom­pe­tenz ver­fü­gen und sich zur Wah­rung eines qua­li­ta­tiv und ethisch hoch­ste­hen­den Berufs­stan­dards ver­pflich­tet haben.

5. Schlusswort

Mit unse­rem Enga­ge­ment zur Qua­li­täts­si­che­rung und ‑för­de­rung der SGQT zer­ti­fi­zier­ten Lehr­per­so­nen tra­gen wir zu einem hohen Gesund­heits­nut­zen von QG und TJ bei und wir­ken poten­ti­el­len nega­ti­ven Kon­se­quen­zen deren unsach­ge­mäs­ser Ver­mitt­lung ent­ge­gen. Wir wün­schen uns, dass mög­lichst vie­le Men­schen in der Schweiz QG und TJ als zwei für sie wirk­sa­me, zweck­mäs­si­ge und wirt­schaft­lich erschwing­li­che Metho­den zur Gesund­heits­för­de­rung ken­nen­ler­nen und prak­ti­zie­ren kön­nen. Erste Kran­ken­kas­sen haben bereits den Gesund­heits­nut­zen von QG und TJ für ihre Ver­si­cher­ten erkannt und bei­de Metho­den in das Lei­stungs­an­ge­bot ihrer Zusatz­ver­si­che­run­gen auf­ge­nom­men. Vie­le Kurs­teil­neh­men­de müs­sen jedoch ihre Kurs­bei­trä­ge trotz Zusatz­ver­si­che­rung immer noch selbst finan­zie­ren. Für vie­le Inter­es­sier­te stellt dies eine öko­no­mi­sche Bar­rie­re dar. Des­halb set­zen wir uns für die Aner­ken­nung von QG und TJ als zwei die WZW-Kri­te­ri­en erfül­len­den Metho­den zur Sturz­pro­phy­la­xe, zur unter­stüt­zen­den Behand­lung von Rücken­be­schwer­den und ins­be­son­de­re auch zur För­de­rung der all­ge­mei­nen Gesund­heit ein. Damit wäre nicht nur der pri­mä­ren und sekun­dä­ren Krank­heits­prä­ven­ti­on der Ver­si­che­rungs­neh­mer nach­hal­tig gedient, auch könn­ten krank­heits­be­ding­te Behand­lungs­ko­sten bei den QG und TJ prak­ti­zie­ren­den Ver­si­cher­ten mit­tel und län­ger­fri­stig ein­spart werden.

Wir hof­fen auf eine für alle Betei­lig­te gewinn­brin­gen­de Ver­än­de­rung und freu­en uns über eine kon­struk­ti­ve, der Gesund­heits­för­de­rung die­nen­de Zusam­men­ar­beit mit den Kran­ken­kas­sen, Ärz­ten und the­ra­peu­ti­schen Fachkräften.

Im Namen des SGQT-Vorstandes

Bea­tri­ce Gemper­li-Link – SGQT Präsidentin

Dr. phil. Mar­ko Nedel­j­ko­vić – Fach­grup­pen­lei­tung Taijiquan

Zürich, im Juli 2020

6. Literaturverzeichnis

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  1. Auf­nah­me­kri­te­ri­en der Schwei­ze­ri­schen Gesell­schaft für Qigong und Tai­ji­quan (SGQT): https://www.sgqt.ch/Aufnahmekriterien-Mitgliedschaftsantrag/language/de.html?file=tl_files/sgqtdaten/pub/arch_aufnahme-forms/SGQT%20Aufnahmekriterien_d_2017.pdf (zuletzt auf­ge­ru­fen am 29. Mai 2020).

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Ende Gast­bei­trag


PS
Die durch das SARS-CoV-2-Virus ver­ur­sach­te Pan­de­mie ruft nach einem gut funk­tio­nie­ren­den Abwehr­sy­stem. Nach­fol­gend zwei Bei­trä­ge, wel­che zei­gen, was Qigong bewir­ken kann:
Qigong und Covid-19
Immun­sy­stem stärken

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