fbpx

Qualität

Ist Qualität oder Quantität besser?

Chi Tipps für einen bewuss­ten All­tag
Für die Stei­ge­rung dei­ner Lebens­en­er­gie
~~~~~~
Kommt es beim Üben auf die Qua­li­tät an? Oder auf die Quantität?

Qualität

Möch­test du lie­ber gut oder viel üben? Vie­le von uns wür­den sofort mit „gut“ antworten.

Trotz­dem mes­sen vie­le von uns oft die Zeit, die wir in unser Trai­nie­ren rein­stecken. Nor­ma­ler­wei­se sagen wir unse­ren Bekann­ten dann Din­ge wie: “Ich habe die­se Woche jeden Tag eine Stun­de geübt.” Wir berich­ten sel­ten, dass “ich die­se Woche jeden Tag 15 Minu­ten hoch­qua­li­ta­tiv geübt und 20 Minu­ten sinn­lo­se Wie­der­ho­lun­gen mach­te”. Natür­lich haben bei­de Übungs­me­tho­den einen Wert.

Wenn du einer­seits nur kurz rich­tig übst, dann kannst du von den grund­le­gen­den Vor­tei­len dei­nes Übungs­sy­stems nicht voll profitieren.

Ande­rer­seits, wenn du län­ge­re Zeit mit schlech­ter Tech­nik trai­nierst, dann ist es mög­lich, dass ein Gross­teil dei­ner Übungs­zeit ver­schwen­det wird.

In jedem System gibt es Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen. Neh­men wir als Bei­spiel das von uns gelehr­te Dra­chen und Tiger Qigong-Set. Über Jahr­hun­der­te hat man in Chi­na mit Beob­ach­ten her­aus­ge­fun­den, dass ein Set mit 20-Wie­der­ho­lun­gen die beste Wir­kung zeigt. Weni­ger Wie­der­ho­lun­gen zu machen ist in Ord­nung, das ist aber nicht so wün­schens­wert. Es kann auch gross­ar­tig sein, einen zwei­ten oder sogar meh­re­re Sät­ze von 20 zu machen. Aber es ist die­ser erste 20er-Satz, der ein opti­ma­les Resul­tat sicherstellt.

Es kommt auch dar­auf an, wie weit man eine bestimm­te Prak­tik bereits intus hat. Wenn man ein Set bereits eini­ger­mas­sen gut kann, pro­fi­tiert man mit einem ein­zi­gen qua­li­ta­tiv hoch­ste­hend absol­vier­ten 20er-Set weit mehr, als wenn man zwei oder drei 20er-Sät­ze schlecht macht.

Ist nun Qualität oder Quantität besser?

Die indi­vi­du­el­le Situa­ti­on eines Prak­ti­zie­ren­den ist eben­falls wich­tig. Eine jun­ge gesun­de Per­son muss mög­li­cher­wei­se meh­re­re Sät­ze zu je zwan­zig machen, um so das Maxi­mum aus ihrer Pra­xis her­aus­zu­ho­len. Bei einem älte­ren kran­ken Men­schen kann das anders aus­se­hen. In dem Fal­le wird man fest­stel­len, dass ein Set von sechs Wie­der­ho­lun­gen für sei­ne Bedürf­nis­se aus­rei­chend ist.

Qua­li­tät ver­sus Quan­ti­tät kann also vom gewähl­ten Übungs­sy­stem und von der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on des Prak­ti­zie­ren­den abhän­gen. Dabei kön­nen auch wei­te­re Fak­to­ren wie z. B. Krank­heit eine Rol­le spielen.

Was ist nun in deinem Übungssystem wichtiger?

Es gibt eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort. Die­se passt zu den mei­sten Qigong-Prak­ti­ken und lau­tet so: Beim Ler­nen von etwas Neu­em oder beim Ver­fei­nern von bereits Bekann­tem kommt Qua­li­tät vor Quan­ti­tät. Wenn du das neu Gelern­te eini­ge Male wirk­lich gut aus­führst, wird sich dein Kör­per wahr­schein­lich auch nach einer Pau­se gut dar­an erin­nern. Falls du aber nach ein paar qua­li­ta­tiv guten Übun­gen ein paar schlecht durch­ge­führ­te Wie­der­ho­lun­gen anhängst, kann in dei­nem Kör­per das Signal, wie man es gut macht, ver­lo­ren gehen.

Anders her­um kann man es auch so sagen: Bis eine Prak­tik in Fleisch und Blut über­geht, ist Qua­li­tät ange­sagt. Sobald man die Übung aus­wen­dig und mit hoher Qua­li­tät aus­füh­ren kann, sorgt Quan­ti­tät für gröss­ten Nutzen.

Qua­li­tät oder Quan­ti­tät? Auf was schaust du beim Üben? Wenn du beim Üben jedes Mal dar­über nach­denkst, kann das Resul­tat merk­bar bes­ser werden.

Den­ke also in den näch­sten Wochen beim Üben jedes Mal über die­se Fra­ge nach.

Wir wün­schen dir beim Üben einen guten Mix von Qua­li­tät und Quantität.

Kudos & Copy­right:
Kathryn Komi­dar und Bill Ryan – Toward Har­mo­ny Tai Chi & Qigong

Über­setzt und ergänzt von Hans­rue­di Jörg

Zurück zur Rubrik “Chi Tipps”